Psychologische Beratung und Coaching
für Familien mit Autismus

Autismus in Frauen

Subtile Merkmale des Spektrums

Anpassung an die Umwelt ist als Intelligenz bekannt.

Stephen Hawking

Sonderling der Gesellschaft?

Nein, eine ganz normale Autistin!

Nicht richtig reinpassen, den Normen der Gesellschaft nicht entsprechen, krampfhaftes Nicht-Auffallen-Wollen, ständige Erschöpfung, Überforderung und Selbstzweifel. Gerade Frauen im Spektrum sind Meister darin, ihren Autismus zu verbergen. Dabei ist der Preis der Anpassung hoch: Physische Überforderung, Depression, Fehldiagnosen, mangelndes Selbstbewusstsein, Opfer von Mobbing und Ausnutzung. Die Liste der schlimmen Auswirkungen ist lang.

Eben nicht, aber jahrzehntelang wurde angenommen, dass Frauen vom Autismus selten betroffen sind. Noch im Jahr 2014 schrieb die "ZEIT": “Weibliche Gene schützen stärker vor Autismus”. Diese falsche Annahme führte dazu, dass Diagnosekriterien und Therapiemaßnahmen sich ausschließlich an männlichen Autisten orientierten.

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Checkliste Mädchen und Frauen im Spektrum

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Autismus in Mädchen und Frauen ist anders

Autistische Mädchen interessieren sich oft für die gleichen Dinge wie nicht autistische Mädchen. Aber die Intensität des Interesses ist ein deutlich anderes. Doch wem fällt das schon auf?! Mädchen im Spektrum machen sich auch nicht durch unangepasstes Benehmen bemerkbar. Im Gegenteil bevorzugen sie es sogar, möglichst unsichtbar zu bleiben. Wie schaffen sie es, sich so gut anzupassen? Viele Autistinnen haben die Fähigkeit, Verhalten anderer Menschen zu kopieren. Den Jungen im Spektrum fällt gerade dies aber besonders schwer. Autistinnen kaschieren so ihren Mangel an Sozialkompetenz und gelten oft als schüchtern.

Anpassung - Segen und Fluch zugleich

  • Warum kann ich nicht, was für andere so mühelos ist?
  • Warum verstehe ich nicht, worüber sie lachen?
  • Warum verstehe ich nicht, worüber sie reden?
  • Was sind die anderen sauer auf mich?
  • Was habe ich falsch gemacht?
  • Warum habe ich keine Freunde?
  • Warum falle ich auf die Gemeinheiten anderer immer wieder rein?
  • Weshalb kann ich mich nicht wie alle anderen auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren?
  • Warum sind viele Leute so anstrengend für mich?

Wer seine Identität nicht findet und stets mit Selbstzweifeln kämpft, ist schnell verloren. Asperger-Frauen sind hochintelligent und waren als Mädchen in der Lage, sich überlebensnotwendige Fähigkeiten selbst anzueignen. Niemand hat ihnen in Therapien geholfen. Der Erwartungsdruck war und ist noch immer sehr hoch. Sie meistern enorm viel und sind nie gut genug. Ich finde, das muss sich ändern. Mein Blog, meine Beratung, mein Coaching und meine Videos sollen Euch Autistinnen dazu ermutigen, selbstbewusster zu Eurem Sosein zu stehen.

Ist eine Diagnose sinnvoll?

Für viele autistische Frauen ist es eine Erleichterung, zu wissen, was bei ihnen “nicht stimmt”. Deshalb kann eine Diagnose durchaus sinnvoll sein. Aber ich bin der Meinung, dass bei genau diesen Mädchen und Frauen alles genau richtig ist. Sie sind ganz normale Frauen im Spektrum. Nichts an ihnen ist komisch oder stimmt nicht! Eine Diagnose ändert die Person nicht, kann aber helfen, den fremd- oder selbstbestimmten Leistungsdruck zu mindern.

Ich habe keine Diagnose, brauche aber Unterstützung

Kein Problem!
Asperger Coaching ganz ohne Diagnose

Warum meine Tochter keine Diagnose hat

Meine Tochter ist hochintelligent, hat von klein auf Coaching von mir erhalten und fällt höchstens durch herausragend gute Leistungen auf. Niemand käme auf die Idee, sie für ein Asperger-Teenager zu halten. Sie hat, wie so viele andere Mädchen auch, nie Wutanfälle, oppositionelles Verhalten oder soziale Unfähigkeit gezeigt. Sie war schüchtern, zart, beobachtend, wissbegierig, ihrem Alter stets weit voraus, dazu auch sehr höflich. Einzig die Klassenlehrerin unserer Schule hatte bemerkt, dass KJ in der Schule nie lachte. Intelligent, anpassungsfähig und von klein auf gecoacht, würde sie im Test keine Auffälligkeiten zeigen. Daher haben wir nie in Erwägung gezogen, sie diagnostizieren zu lassen.

Hat meine Tochter Asperger?

Wir denken schon, dass sie zum Autismus-Spektrum gehört. Denn nach der Schule muss sich KJ lange ausruhen. Die Eindrücke im Unterricht strengen sie sehr an. Sich dann noch mit Freunden zu verabreden, ist ihr meist zu viel. Und wenn, dann auf jeden Fall nur für eine sehr genau begrenzte Zeit und am liebsten nur mit ihrer besten Freundin. Die Hausaufgaben macht sie immer gewissenhaft. Alles wird im Detail geplant und strukturiert. Stets aktualisierte Listen zu führen ist ihr ganz wichtig: z.B. hat sie 264 Bücher und 52309 Seiten gelesen.

Zu Hause kann sie sich über Dinge schlapplachen, die ich nicht verstehe. Ihre Interessen sind nie typisch für Mädchen ihres Alters gewesen: Mit einem Jahr schon half sie effektiv beim Aufbau von Möbeln und konnte Schrauben und Schraubenzieher erstaunlich gut koordinieren. Sie liebt Technik, Löten, Schaltkreise und all das, wovon ich gar keine Ahnung habe. Die Naturwissenschaften und Technik haben es ihr angetan.

Gut gemeinte Geburtstagsgeschenke hingegen wie Barbie, rosarotes Glitzer oder Puppenwagen verstaubten stets in einer Ecke. KJ wusste immer schon, was sie will. Smalltalk oder am Telefon ein Gespräch führen waren für sie sehr schwer. Ich möchte betonen: WAREN schwer! Denn Übung macht den Meister. Und wenn sie sich etwas vornimmt zu lernen, dann zieht sie es auch durch. Das ist ihre Stärke.

Coaching meiner Tochter von klein auf

Ohne zu wissen, dass ich sie ziemlich professionell coache, wollte ich ihr folgende Dinge klar machen:

  • So wie du bist, ist total super und richtig
  • Wehr dich!
  • Niemand darf einfach so über dich bestimmen!
  • Hol dir Hilfe!
  • Soziale Situation ins Detail verstehen
  • Geduld haben
  • Üben, üben, üben
  • Trau dich, ich weiß, du kannst es
  • Ich bin immer für dich da, egal was passiert
  • Ich helfe dir
  • Du bist nicht alleine

Heute bin ich Mutter eines sehr selbstbewussten Teenager-Mädchens, das sich in Informatik und Technik spezialisiert. Sie hat gelernt, Hilfe zu verlangen (!), wenn es nötig ist und anderen zu helfen. Sie kann Grenzen setzen und ihre Kräfte vernünftig einteilen. Sie weiß, dass sie ihre Aufnahmefähigkeit nicht überschreiten sollte und beugt so Overloads vor. Sie ist mutig und kann sogar einen Smalltalk ohne Hemmungen führen. Das war eines ihrer jüngsten Projekte, diese Hürde zu meistern. Sie braucht keine Diagnose, weil sie ihre Stärken und Schwächen kennt und gelernt hat, damit umzugehen.

Mein Tipp

Alle Bände von Harry Potter laut vorlesen! Die sozialen Interaktionen und das, was in den Protagonisten vor sich geht, detailliert erklären. Denn diese Bücher beschreiben die gesamte Persönllichkeitsentwicklung der Protagonisten. Harry, seine Freunde und Feinde werden von Kind an, über die Teenagerjahre bis hin zu jungen Erwachsenen in all ihren Alltagssorgen begleitet. Eine spannendere Vorbereitung auf das, was Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen begegnen wird, gibt es nicht!

Unterschrift Dorothea Whitehead

Ausgeglichen­heit und Harmonie im Alltag

Das ist auch mit Autismus möglich

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