Psychologische Beratung und Coaching
für Familien mit Autismus

Autismus Overload

Der Meltdown naht!

Geh deinen Weg ruhig inmitten von Lärm und Hast und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.

Irischer Segenswunsch

Meltdown bei Kind naht!

Zu bunt, zu laut, zu viel - Vorsicht Explosionsgefahr (sog. "Meltdown")

Farben überall, Händeschüttlen, Lärm, Sonne blendet, Tante Elses schweres Parfüm gemischt mit Kuchenduft. Aufgeregt plappernde Gäste, bunte Geschenke. Oma fragt: "Gefällt es Dir?", Mama rennt hin und her, Papa dreht die Musik lauter, Geschwister kreischen.

Wo soll ich mich hinstellen. Muss ich was sagen? Kerzen ausblasen kann ich nicht so gut. Gefällt mir das neue Buch überhaupt? Ich mag Comic-Hefte, aber ein Buch? Was erwartet mich, was wird jetzt passieren? Alles ist heute anders. Ich mag das nicht. Von dem Geruch im Haus wird mir schlecht und von dem vielen Gewusel ganz schwindelig. Ich kann nicht mehr.

So geht es einem autistischen Kind, kurz bevor alles nur noch qualvoll wird. Das ist vielleicht vergleichbar mit dem Zustand nach einer Party-Nacht. Du hast die ganze Nacht gefeiert, bist verkatert und wirst dann mit Kinderlärm, grellen Farben und Auforderungen bombadiert. Das ist schmerzhaft. Ich kann nur vermuten, dass sich ein autistischer Overload so ähnlich anfühlt. Alles ist zu viel - viel zu viel. Entweder man rennt weg und versteckt sich irgendwo. Oder man brüllt los, um sich zu schützen.

Ausraster oder Rückzug

Wir wußten nicht, dass unser Sohn Overloads hatte. Wir konnten nicht verstehen, warum er oft einfach verschwand, schrie und rebellierte. Oft fanden wir das verschollene Kind im Schrank, in Kisten und an kleinen, dunklen Orten. Einmal sogar in der Papiermüll-Tonne. Deckel war zu. Es war kein kindhaftes Versteckspiel, denn er war gereizt, nicht ansprechbar, oder rannte erneut weg.

Emotionale Ausbrüche versuchten wir mit konsequentem Handeln zu lenken. Oft gab es wegen eines Wut-Ausbruchs keinen "Bob der Baumeister-Film" am Mittag. Gefährliche Situation versuchten wir durch geduldiges Erklären zu verhindern. Wenn ich beim Kinderarzt über die emotionalen Auffälligkeiten klagte, sah der nur das stille und höfliche Kind. Ich glaube, dass Ärzte meine Sorgen für übertrieben hielten. Wirklich Hilfe bekam ich erst viele Jahre später, als mein Sohn im Alter von 9 Jahren bereits unter starker Depression litt und behandelt werden MUSSTE.

Ohne Wissen und ohne Verständnis für den Autismus fühlen sich Eltern sehr einsam, hilflos, erschöpft und absolut überfordert. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen teilen und biete Hilfestellung an.

Was kann man also tun?

Verstehen: Nach einem Overload solltest Du nachfragen, was geschehen ist und genau zuhören. Versuche nachzufühlen. Zeige und sage, dass Du Dein Kind verstehen willst und Dir dafür wirklich Mühe gibst. Gib Dir wirklich Mühe! Frage nach, ob Du das Versteck Deines Kindes ausprobieren darfst. Bestätige die Dunkelheit oder Ruhe, die Du dort empfindst.

Räume schaffen: Suche gemeinsam mit Deinem Kind einen Ort aus, wo es sich bei Überstimmulierung ausruhen kann. Erkläre den Ort als Ruhe-Ort (es kann einfach eine Decke in einer garantiert ungestörten Ecke sein). Ein Overload ist leichter zu meistern, wenn geliebte Utensilien angeboten werden (nur hinlegen und wieder gehen, nicht reden, nicht stören!). Licht und Geräusche wenn möglich reduzieren.

Unterwegs: Das überstimmulierte Kind an einen ruhigeren Ort bringen. Möglichst wenig sprechen. Unnötige Berührung vermeiden - es sei denn, es wird ausdrücklich gewünscht. Wenn sich Dein Kind auf den Boden schmeißt und in der Position verharrt, am besten in Ruhe lassen. Stelle sicher, dass keine Gefahr besteht. Manche Autisten können sich plötzlich nicht mehr bewegen und nicht mehr sprechen. Zwang macht alles nur schlimmer. Mit etwas Geduld, Liebe und guter Beobachtung sind Overloads irgendwann besser einschätzbar.

Tipps zum Vorbeugen von Overloads

Manche Autisten reagieren bei einem Overload sehr schnell mit einem Meltdown. Das Aufbrausen im Meltdown ist dem Kind selbst sehr unangenehm und alle Beteiligten leiden darunter. Diese Ausraster rauben der ganzen Familie immens viel Kraft.

  • Stressige Orte, die Dein Kind gar nicht verträgt, vermeiden
  • Wenn der Overload naht, mit einfachen Worte erklären, wie lange die Situation andauern wird Z.B. "Wir holen jetzt die Milch. Wir gehne zur Kasse bezahlen. Dann gehen wir raus"
  • Autisten können Zusammenhänge oft gar nicht einordnen. Wir Erwachsenen wissen, was beim Einkaufen erledigt werden muß. Ein Autist nicht unbedingt
  • Vorbereitung auf eine Situation: Bespreche vorher (aufschreiben, aufmalen, erklären), was geschehen wird. So kann Dein Kind den Stress besser regulieren, wenn es mitlesen kann, was als nächstes passiert
  • Hilfsmittel: Ohrenschützer, Sonnenbrille, Kaputze-Aufsetzen, Kopfhörer mit Lieblingsmusik, Kärtchen mit Erklärung, einen Lieblingsgegenstand zum Festhalten

Autismus Hilfe für Angehörige

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Das ist auch mit Autismus möglich

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